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Eine Reise durch die Kosmeitk Geschichte


Lippenrot, Kajal und Lidschatten stellen keine Produkte unserer modernen Zeit dar. In vielen alten Kulturen schminkten sich Menschen bereits vor Jahrtausenden. Sie betonten mit selbst gefertigten Farben die Augen und Lippen oder pflegten den Körper mit duftenden Essenzen.
Unternehmen Sie eine informative Tour durch die einzelnen Epochen der Schönheitspflege.

Ein Rückblick – Seit wann gibt es Kosmetik?

Das Wort „Kosmetik“ stammt aus der griechischen Sprache. Es bedeutet so viel wie die „Kunst des Schmückens“. Schon in prähistorischer Zeit bemalten Frauen und Männer ihre Gesichter mit roter Farbe, was verschiedene Ausgrabungen sowie Funde in Höhlen zweifelsfrei belegen. Die ältesten Zeugnisse dafür reichen bis zu 6.000 Jahre zurück. Es ging dabei möglicherweise um den Schutz vor Umwelteinflüssen oder um die Linderung bei Hautproblemen. Zudem spielten damals vermutlich die Mystik und der Glaube an die Beschwörung höherer Mächte eine große Rolle.

Von Henna, Eselsmilch und Körperkult: „Make-up“ in der Antike

Die zahlreichen Funde aus den Pyramiden zeigen auf Abbildungen eindrücklich, wie kunstvoll vornehme Ägypterinnen – und Ägypter – ihr Augen-Make-up einsetzten. Als prominente Vertreterinnen der Kosmetik Geschichte tauchen immer wieder zwei Frauen auf: Die Schönheit und Schminkfertigkeit der berühmten Herrscherinnen Nofretete und Kleopatra gelten bis heute als sprichwörtlich. Rötliche Farbe aus dem Hennastrauch oder dem Mineral Zinnober betonte ihre Lippen und die Wangen. Die unverwechselbaren, dunkel umrandeten Augen verdankten die findigen Frauen und Männer der Holzkohle – dem Vorgänger des Kajalstiftes. Legendär sind Kleopatras Bäder in Eselsmilch. Der Überlieferung nach erhielt sie sich mit diesem täglichen „Wellnessprogramm“ ihre jugendliche Haut.

Diese Entwicklung nahm in den Hochkulturen der Griechen und Römer ihren Fortgang. Die Griechen betrachteten Schönheit unter dem Aspekt der Harmonie und Ordnung. Um diese zu erhalten, pflegten sie ihren Körper ausgiebig, trieben diszipliniert Sport und schminkten sich mit Unterstützung von speziell ausgebildeten Sklavinnen, die sie „Kosmeten“ nannten.
Bei den Römern standen hingegen die Lebenslust und der Genuss im Vordergrund. Einen zentralen Ort für ihre Hygiene und Pflege stellten die luxuriösen Thermen dar. Hier gaben sie sich langen Bädern und Duftwaschungen hin. Ein blonder Schopf stand für die moderne Römerin hoch im Kurs. Privilegierte erwarben Perücken aus den Haaren von Germaninnen. Weniger wohlhabende Frauen griffen auf fragwürdige Bleichmittel wie Ziegenurin zurück. Auch manche der in der damaligen Epoche verwendeten Salben, die die Haut verschönern sollten, enthielten ungesunde oder sogar giftige Inhaltsstoffe.

Mittelalter und Renaissance: Die Verhältnisse wandeln sich

Die Geschichtsschreibung verwendet häufig den Begriff des „finsteren“ Mittelalters. In Sachen Hygiene und Körperpflege stimmt diese Bezeichnung leider zum großen Teil, vor allem für die frühen Jahre der Epoche. Nach dem Untergang des Römischen Reiches verwaisten und verfielen die luxuriösen Thermen. Die christliche Kirche nutzte ihren wachsenden Einfluss in der Bevölkerung, um gegen schmückendes Make-up und sogar gegen den Gebrauch von Seife vorzugehen. Sie verteufelte die „sündhafte Eitelkeit“ und prangerte sie öffentlich an. Die übrig gebliebenen gemischten Badehäuser boten neben der Möglichkeit zur Körperpflege verschiedene medizinische und kosmetische Dienstleistungen. Im späten Mittelalter lösten sich die Anstalten mehr und mehr auf. Verheerende Seuchen wie die Pest brachen aus, für deren Entstehung Kleriker die Zustände in den Badehäusern verantwortlich machten.

Als Schönheitsideal galt zu dieser Zeit ein möglichst ovales Gesicht mit einem blassen Teint. Um dieses zu erreichen, mieden die Menschen das Sonnenlicht und griffen häufig zu gefährlichen Mitteln wie giftigem Bleiweiß. Die Renaissance brachte keine wesentliche Verbesserung der Hygiene und Reinlichkeit mit sich. Baden war verpönt. Alle Schichten in der Bevölkerung versuchten, Körpergerüche mithilfe von Duftstoffen zu überdecken. Allerdings schminkten sich die Frauen nun wieder häufiger und hoben ihre Vorzüge hervor.

Die Zeit des Puders und der Perücken: Barock und Rokoko

Nachdem Wasser noch immer gemieden wurde – die Menschen betrachteten es gar als gefährlich –, nahm die Bedeutung von Parfum weiter zu. Dicke Schichten aus Reismehl oder Bleiweiß als Puderersatz bedeckten die Gesichter der Damen und Herren. Zudem trugen beide Geschlechter gerne stark duftende und voluminöse Perücken.

Im Gegensatz zum Mittelalter und der Renaissance kamen jetzt rot geschminkte Wangen und Lippen in Mode. Die Farben bestanden entweder aus Zinnober oder aus pflanzlichen Materialien wie Sandelholz und Safran. Kleine aufgeklebte Schönheitspflästerchen, sogenannte „mouches“ (französisch für „die Fliege“), rundeten das kunstvolle Gesamtbild der Erscheinung damals ab. Diese Pflaster, oft in Form eines Halbmondes beziehungsweise Sterns, sollten Hautunreinheiten verdecken und einen Kontrast zur weißgepuderten Haut bilden. Die Position des Accessoires im Gesicht sendete „geheime Botschaften“ über ihren Träger oder die Trägerin. Die Besitzer bewahrten die Pflästerchen oft in prächtig verzierten Dosen mit einem Spiegel im Deckel auf.

Ein Rückblick auf die Zeit von der Aufklärung bis zu den „Wilden Zwanzigern“

Im weiteren Verlauf der Kosmetik Geschichte, vor allem in der Epoche der Aufklärung, gewann die Reinigung des Körpers wieder an Bedeutung. Die Bevölkerung erkannte, dass nicht das Wasser Krankheiten übertrug, sondern ihre mangelnde Hygiene schuld an den Seuchen war. Damit ging der Gebrauch von Parfüm und Puder zurück. Starkes Schminken trat in den Hintergrund; die natürlich blasse Haut setzte sich durch.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich dies. Kosmetikprodukte konnten nun industriell und für fast alle Schichten erschwinglich hergestellt werden. Nach den Entbehrungen des Ersten Weltkrieges wollten gerade die Frauen ihr Leben selbstbewusst genießen und sich dementsprechend verschönern. In den Zwanzigerjahren trug die moderne Dame „von Welt“ Bubikopf und schminkte sich die Lippen in charakteristischen Formen, für die es Schablonen gab. Mittlerweile war der 1883 auf der Weltausstellung präsentierte Lippenstift ein wichtiges Symbol der Emanzipation geworden. Diese Zeit stellt aus heutiger Sicht einen „Tanz auf dem Vulkan“ dar, bevor die dunklen Kriegsjahre begannen.

Mit Make-up gegen das Grauen – Kosmetik und Zweiter Weltkrieg

Bereits in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg änderte sich mit dem nationalsozialistischen Regime das Frauenbild wieder grundlegend. „Eine deutsche Frau schminkt sich nicht“ war nun überall auf Plakaten und in Zeitschriften zu lesen. Mit dem Beginn des Krieges lag der Fokus verständlicherweise nicht bei der Schönheit. Trotzdem versuchten viele Frauen, ungeachtet der widrigen Umstände, im Aussehen den Filmstars wie Zarah Leander nachzueifern.

Während der Zeit herrschte ein Mangel an Kosmetika. Aufgrund der Gräueltaten fanden in diesen Jahren keine neuen Entwicklungen in der Branche statt. Historisch Interessierte können sich heute einen fundierten Überblick über die Vergangenheit verschaffen. Viele Museen, Ausstellungen oder Führungen wie die Dachau Concentration Camp Memorial Tour lassen Geschichte lebendig werden.

Ein neuer Anfang: Kosmetik in der Nachkriegszeit

Im Anschluss an den Krieg erfuhr die Kosmetikbranche einen immensen Aufschwung. Die Überlebenden der Katastrophe wollten die Jahre des mühevollen Aufbaus und der Gefangenschaft hinter sich lassen. Die Menschen sehnten sich nach Abwechslung sowie nach modischer Kleidung und bunten Farben. Gleichzeitig kamen neue Produkte wie diverse wirkungsvolle Feuchtigkeitscremes und modernes, frisches Make-up auf den Markt. Dekorative Kosmetik stellte kein Privileg der vornehmen Gesellschaft mehr dar und war für alle erschwinglich. In der sogenannten „Wirtschaftswunderzeit“ betonten Frauen ihre Weiblichkeit mit der passenden Kleidung und entsprechenden Schminkutensilien. So erlebte der Lippenstift einen wahren Boom in jedem erdenklichen Rotton.

Nicht nur für die Schönheit: Kosmetik und Medizin

Die Pflege, Behandlung und Verschönerung des Körpers hingen gerade in früheren Jahrhunderten eng zusammen. Bis zum Mittelalter galten Kosmetik, Pharmazie und Medizin als miteinander verbundene Wissenschaften. In der heutigen Zeit gestalten sich die Grenzen fließend. Eine getönte Tagescreme mit Lichtschutzfaktor beispielsweise verleiht der Haut ein frisches Aussehen und bewahrt sie durch medizinische Wirkstoffe gleichzeitig vor gefährlichem Sonnenbrand.
Ein eigenes Sachgebiet mit steigender Bedeutung ist die reine Schönheitsoperation, also der Eingriff ohne ärztliche Indikation. Insbesondere bei sehr jungen Menschen stehen diese Maßnahmen stark in der Diskussion. Allerdings dienen Chirurgen dabei nicht nur dem subjektiven Schönheitsempfinden, sie helfen auch nach Unfällen, Verbrechen und angeborenen Deformationen des Körpers. Davon profitieren Betroffene in seelischer und physischer Hinsicht gleichermaßen.

Kosmetik und Technik

Die Technik in der Anwendung von Kosmetika sowie der dabei benutzen Hilfsmittel unterliegt einer ständigen Entwicklung. Gab es früher furchterregende Eis- beziehungsweise Wärmemasken, um das Gesicht frischer und rosiger erscheinen zu lassen, trägt Frau (oder Mann) heute eine hochwirksame Creme auf. Viele erinnern sich noch an die eindrucksvollen Trockenhauben, mit denen die allgegenwärtige Dauerwelle den „letzten Schliff“ erhielt. Moderne Pflegemittel für jeden Hauttyp, langhaftende Lippenstifte und wasserfeste Mascara stellen weitere Beispiele dar. Sie zeigen, wie sich Schönheitspflege über die Jahre den praktischen Lebensumständen anpasste.
Das Bedürfnis des Menschen, sich zu verschönern, andere zu beeindrucken und sich von ihnen abzuheben, ist uralt. Die verwendeten Mittel und Methoden bilden wie das sich ständig wandelnde Schönheitsideal einen interessanten Aspekt der Alltagshistorie ab. Eine Reise durch die Kosmetik Geschichte lohnt sich deshalb in jedem Fall.

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